Mit dem E-Bike durch Österreich nach Covid: Meine 3 Wochen Solo-Radreise
Im Jahr 2021, nach dem ersten Lockdown, beschloss ich, etwas zu tun, das gerade so beängstigend war, dass es spannend wurde. Ich machte mich auf zu einer dreiwöchigen Solo-E-Bike-Tour durch Österreich, folgte einigen der schönsten Radwege des Landes und schuf damit die sogenannte Smile Tour of Austria.
Die Idee hinter der Solo-Tour war einfach. Ich wollte die Landschaft zeigen, mit der wir in Österreich gesegnet sind, den Menschen vermitteln, wie sich eine Radtour Tag für Tag tatsächlich anfühlt, und meiner Website und meinen sozialen Medien ein bisschen mehr Sichtbarkeit in der realen Welt verschaffen. Vor allem aber wollte ich ein bisschen Positivität verbreiten, damit die Menschen nach dem Lockdown wieder Lust auf Reisen bekommen. Seit März 2020 hatten wir alle viel durchgemacht, und es schien, als bräuchten alle einen Grund zum Lächeln.



Allein mit dem E-Bike durch Österreich: Selbstbewusst auf zwei Rädern
Ich fuhr schon seit über einem Jahrzehnt E-Bike und hatte mehrere Touren durch Österreich und andere europäische Länder absolviert. Der große Unterschied war diesmal, dass ich alleine unterwegs war. Kein Ehemann, der neben mir herfuhr, kein eingebauter Fahrradmechaniker und keine gemeinsamen Entscheidungen. Nur ich, mein E-Bike, die Route, das Wetter und gelegentliche Momente, in denen ich dachte: „Okay, und jetzt?“ Und ehrlich gesagt war es großartig.
Selbstständig
Jeden Tag war ich für alles verantwortlich. Ich musste mich selbst organisieren, den Akkustand im Auge behalten, die Route navigieren, den Tagesablauf planen und sicherstellen, dass ich mein Ziel sicher und unversehrt erreichte. Das gab mir ein Gefühl von Freiheit, auf eine ruhige, beständige Art und Weise. Mit jedem Kilometer wuchs mein Selbstvertrauen. Ich musste mich auf niemanden verlassen und erkannte, dass ich zu mehr fähig war, als ich mir selbst zugetraut hatte.



Man muss kein Sportler sein, um ein E-Bike zu fahren
Es ist wichtig zu sagen, dass ich kein Sportler oder Fitnessfanatiker bin. Ich bin in meinen 50ern, eher der gemütliche Typ und habe kein Interesse daran, Geschwindigkeit oder Statistiken zu jagen. Ich liebe es einfach, Rad zu fahren und die Landschaft auf zwei Rädern zu erkunden. Das war ein wichtiger Grund, warum ich diese Tour machen wollte. Ich wollte zeigen, dass man nicht superfit oder furchtlos sein muss, um eine Radtour zu machen. Wenn man Fahrrad fahren kann, kann man auch ein E-Bike fahren. Es ist immer noch Radfahren, nur etwas einfacher und viel zugänglicher.



Veränderungen nach COVID
COVID hat die Einstellung vieler Menschen zum Leben und Reisen verändert. Ob diese Veränderung zum Besseren war, ist noch umstritten, aber ein Begriff tauchte damals immer wieder auf: die sogenannte „neue Normalität“. Ich wollte nicht abwarten, um zu sehen, was das bedeutete, also schuf ich meine eigene. Meine neue Normalität bestand darin, über 1.100 Kilometer durch Österreich zu radeln, sieben der neun Bundesländer zu durchqueren und zu sehen, wie vielfältig dieses kleine, aber atemberaubende Land wirklich ist.
Selbstvertrauen, Ruhe und Freude auf einer Solo-Radtour finden
Irgendwann veränderte sich noch etwas anderes. Ich merkte, wie sehr ich meine eigene Gesellschaft genoss. Die Abende waren oft ruhig. Ich saß mit einem Buch da, genoss die Aussicht oder tat einfach nichts. Und das fühlte sich gut an. Alle Menschen, denen ich unterwegs begegnete, waren unglaublich ermutigend. Sie sagten mir immer wieder, wie mutig ich sei, was mich jedes Mal zum Lächeln brachte, denn ich empfand es nie als Mut. Ich tat einfach etwas, das ich liebte, in meinem eigenen Tempo, in einem Land, das ich mein Zuhause nenne.
Die tägliche Routine gab mir ein Gefühl von Organisation und hielt mich ruhig. Unterwegs machte ich immer eine Pause, um einen guten Kaffee und Kuchen zu genießen, holte meine Karte heraus und schaute mir an, wo ich gewesen war und wohin ich fahren würde. Ich bevorzuge es, bei einer Kaffeepause eine Papierkarte in der Hand zu haben, da ich so die gesamte Route sehen kann, anstatt sie auf einem kleinen Bildschirm anzuschauen. Während der Tour kam es auch zu Gesprächen mit anderen Cafébesuchern, wodurch ich interessante Menschen kennenlernte, die mir Tipps zu besseren Routen oder Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke gaben.
Es fühlte sich wie ein richtiges Abenteuer an, obwohl ich nie mehr als fünf Stunden mit dem Zug von meiner Haustür entfernt war. Das ist eines der Dinge, die ich am E-Bike-Reisen am meisten liebe. Abenteuer müssen nicht unbedingt weit weg stattfinden. Manchmal liegen sie direkt vor der Haustür.



Lächeln-Tour durch Österreich?
Als ich die Route plante, fiel mir auf, dass sie auf der Karte wie ein Lächeln aussah. Und da wir alle ein paar mehr Lächeln gebrauchen können, blieb der Name hängen. Die Smile Tour of Austria fühlte sich richtig an.
In meinem Komoot-Konto findest du die einzelnen Etappen der Tour, einschließlich Entfernungen, Höhenunterschieden und den Namen der wichtigsten Radwege, falls du Lust hast, diese selbst zu erkunden. Du findest mich dort unter Lindsey Cairns – Ebike Europe.



Meine abschließenden Gedanken für Sie
Was auch immer Sie suchen, ich bin fest davon überzeugt, dass Sie es nie bereuen werden, ein E-Bike auszuprobieren. Es eröffnet so vielen Menschen eine ganz neue Welt. Aber seien Sie gewarnt: Es macht süchtig. Wenn Sie einmal angefangen haben, wird es Ihnen vielleicht sehr schwer fallen, wieder aufzuhören.
Die Smile Tour durch Österreich hat gezeigt, was auch nach schwierigen Zeiten möglich ist. Keine Alters- oder Fitnessbeschränkungen, nur der Wunsch, etwas für sich selbst zu tun und jede Minute zu genießen. Manchmal braucht es nur ein E-Bike, eine Route und die Bereitschaft, loszufahren.









